Es ist zwar schon etwas her, trotzdem moechte ich euch die Geschichte eines grossartigen Konzertes nicht vorenthalten.
Und was fuer eine. Um die Geschichte richtig zu begreifen, muss ich noch ein paar Rueckgriffe in die Vergangenheit machen.
Mein argentinischer roommate Roque, damals in Queenstown, ist einer der groessten Iron Maiden-Fans der Welt. Durch seinen Enthusiasmus angesteckt und durch die Tatsache begeistert, ihm damit einen Traum erfuellen zu koennen, schlug ich Roque vor, ein Musik-Video zu drehen, in welchem er Lippen-Synchrom das Iron-Maiden-Lied “Doctor, Doctor” nachsingt. Das Video war ein voller Erfolg, feierte Premiere in der Kirche und in der staff accomodation.
Roque lag mir in den Armen, drueckte sich eine Traene weg und sagte, ich haette ihm seinen Traum erfuellt. Welch grossartiges Gefuehl es war, einem armen Agentinier, gefluechtet aus seiner Heimat, so ein Geschenk zu machen, welches ihn so beruehrt.
Dann machten Fernsehen und Radio publicity:
Iron Maiden kommt nach Neuseeland, zum ersten Mal wieder seit 16 Jahren! Es war keine Frage mehr, es stand fest, Roque und ich ich muessen da hin. Ich verabschiedete also meine tolle Zeit in Blenheim in den vineyards und brauste Richtung Sueden, um Roque vor dem Crown Plaza in Christchurch zu treffen. Denn dort uebernachtete Iron Maiden.
Das Konzert war… gewoehnungsbeduerftig zuerst. Heavy Metal-Konzerte bestehen zu grossen Teilen aus kleinen, dicken, zwergenartigen Leuten mit Ziegenbaerten, welche zum Ende des Konzerts ihre T-SHirts ausziehen, um ihren Schweissduensten abzuhelfen. Hoert sich ziemlich eklig an, ist es auch. Zum Glueck waren laengst nicht alle Leute dieser Art. Durch unsere 150 Dollar-Tickets waren wir dann wirklich ganz vorne drin. 3 Tage nach dem Konzert konnte ich dann so langsam wieder richtig hoeren. Denn die alten Maenner auf der Buehne gaben alles. Bei “Fear of the dark” hab ich ein richtiges Gaensehautgefuehl gespuert, das gibt es allein durch Musik nicht so oft bei mir, meist nur in Verbindung mit Film.
Nach dem Konzert brachte ich Roque mit meinem Van zu seinem Backpacker, in welchem ich durch ein Augenzwinkern des netten argentinischen Reception-Maedchens auch noch umsonst duschen konnte.
Schweren Herzens trennten sich nun wieder unsere Wege, jedoch mit dem Bewusstsein, zusammen etwas ganz Besonderes erlebt zu haben.











